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Jedes Ding hat seine Geschichte

Der TAG DER EINHEIT DER MENSCHEN
Ein historischer Abriss
TdEM 2002Beinahe gäbe es den TAG DER EINHEIT DER MENSCHEN schon zum achten Mal. Aber eben nur beinahe. Vor sieben Jahren hat der damalige OB Ruge die Durchführung einer Veranstaltung am 3. Oktober verhindert, weil sie nicht als ausschließlich deutsche Selbstbesinnungsveranstaltung am Ehrentag der wiedervereinten Republik daherkam. Der TAG DER EINHEIT DER MENSCHEN, der Menschen verschiedener Herkunft einlud und nicht nur das deutschdeutsche Verhältnis in den Blick nahm, sondern Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und Ausgrenzung zum Thema machte, war nicht erwünscht.

Ob er heute erwünscht ist? Sagen wir mal so: Er ist als alternatives Straßenfest mit dem festen politischen Anspruch, alle hier lebenden Menschen einzubeziehen, durchaus akzeptiert.

Am 3. Oktober 2002 findet erstmals der TAG DER EINHEIT DER MENSCHEN statt, ermöglicht durch die spontane Unterstützung des Studentenzentrums Engelsburg, die Knowhow und Räumlichkeiten zur Verfügung stellt. Zwei Bühnen werden mit Gesprächen und Musik bespielt, das Straßenfest selbst bietet ein Kinderprogramm, Infostände, Trommeln und das Malen eines Großbildes.

Im Jahr 2003 beginnt das Fest mit dem ersten Radioballett der Stadt Erfurt. In Zusammenarbeit mit Radio F.R.E.I. werden Gesten und Symbole der Ausgrenzung und des Rassismus auf die öffentliche Bühne der Straßen Erfurts gebracht und somit sichtbar gemacht. Schwerpunkt des Bühnenprogramms sind die deutschen Flüchtlingsgesetze, allen voran das Asylbewerberleistungsgesetz, welches in einer Lesung den erstaunten ZuhörerInnen in Auszügen präsentiert wird.

„Typographisch – Fotografisch Deutsch“ – dieses Thema zieht von Mai bis 3. Oktober 2004 seine Kreise durch die Landeshauptstadt, aber auch darüber hinaus. Im Literaturwettbewerb, der mit einer Lesung von Landolf Scherzer eröffnet wird, reichen 15 AutorInnen insgesamt 24 Texte ein. Im Fotowettbewerb sind es 27 Arbeiten von zehn FotografInnen. Im Mittelpunkt des TAG DER EINHEIT DER MENSCHEN steht damit auch die Frage nach dem typisch deutschen.

Mit zwölf Einsendungen behauptet sich der Logowettbewerb anlässlich des TAG DER EINHEIT DER MENSCHEN 2005. Eine Jury wählt eine Weltkugel als nunmehr verbindliches Wiedererkennungssymbol für diesen Tag. Die Vorstellung interkultureller Projekte steht diesmal auf dem Programm. Erstmals wird ein Kickerturnier durchgeführt, dessen Sieger eine Fahrt zur antirassistischen Fußballweltmeisterschaft in Italien gewinnen.

Im Jahr 2006 findet mit Unterstützung des Grafikers und Vorsitzenden der Akademie der Künste Klaus Staeck eine Plakatausstellung im öffentlichen Raum sowie ein Plakatwettbewerb statt. Kneipen, Läden und Cafés werden für die Ausstellung gewonnen. Die drei besten Entwürfe für Plakate gibt es seither als Postkarte. Das Wetter zwingt uns Veranstalter nicht in die Knie, aber in den Keller der Engelsburg, also auch in diesem Jahr eine Premiere: Das Straßenfest unterm Dach. Ganz aktuell: Das Erfurter Kirchenasyl, dessen Unterstützerkreis auch den Preis des Flüchtlingsrates für Besonderes Engagement in der Flüchtlingsarbeit erhält. Aus Kicker- wird Speedkickerturnier, der Preis bleibt der gleiche, die Sieger überraschenderweise auch.

Im Jahr 2007 ist alles größer, länger, bunter: Knapp dreißig Veranstaltungen mit etwa fünfzehn PartnerInnen in einem Veranstaltungszeitraum von einem Monat. Zum Thema „Ohnmacht – Macht was!“ finden Lesungen, Filmabende, Konzerte, Theateraufführungen, Kunst im öffentlichen Raum, ein Poetry Slam, Vorträge und Diskussionsrunden statt. Der Christopher-Street-Day am 15. September 2007 bildet den Auftakt. Höhepunkt der Reihe ist der TAG DER EINHEIT DER MENSCHEN am 3. Oktober 2007. Abgerundet und beendet wird die Veranstaltungsreihe „Ohnmacht – Macht was!“ am 19. Oktober 2007 mit dem Kabarettduo Ensemble Weltkritik. Einen Monat lang Präsenz zeigen, das spornt an, vieles besser und anders zu machen. Deshalb wird das Thema Ohnmacht auch 2008 wieder aufgegriffen, der Fokus liegt dann auf der öffentlichen Auseinandersetzung.

Stand 2007

Die Veranstaltungsreihen 2008 und 2009 folgen noch. Sie fanden unter den Titel „OHNmacht.öffentlich“ und „Ohnmacht – Na und?!“ ebenfalls zu großen Teilen im öffentlichen Raum statt. Dazu an anderer Stelle etwas mehr.

Und wer noch mehr wissen will über die Geschichte dieses Bündnisses, der muss dem Link folgen http://www.einheitdermenschen.dgb-bwt.de/index.html

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